Autor Thema: Dell Latitude 5285 - Meinung und Test -  (Gelesen 686 mal)

Offline hijob

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Dell Latitude 5285 - Meinung und Test -
« am: 10.12.2017 - 17:38 »
Dell Latitude 5285
Core i7, 16 GB Ram, 256 GB HD, LTE, Smartcard, Fingerprint usw.

Test und Meinung

Vorgeschichte:
Ziemlich lange habe ich mit dem Dell Latitude 5285 geliebäugelt, aber ein paar Sachen haben mich „abgeschreckt“.

Zum einen das „hohe“ Gewicht des Tablets selber und dessen Dicke.
Dann die diversen Berichte, dass er so heiß würde.
Und dann auch der Preis, der für das Modell normalerweise bei um die 2.000 Euro liegt (mit Keybaord).

Dann kamen vor ein paar Wochen die ersten Angebote offenbar von Rückläufern, besonders von einem Anbieter aus Kaufbeuren mit Namen VL….. - und das ist jetzt bitte keine Schleichwerbung!
Der hat diverse Modelle im Angebot, meist die etwas kleineren. Mein Modell hat er um 1.000 Euro angeboten (ohne Keyboard), da konnte ich dann nicht widerstehen.

Also habe ich ihn nun. Und bin recht angetan. Das hier soll aber keine Lobhuddelei werden, also fangen wir mal mit den Nachteilen an.

 Und da gibt es von meiner Seite aus eigentlich nur das Gewicht des Tablets (in meiner Ausstattung ca. 900g). Das ist für die Nutzung als Tablet zum schmökern oder ähnlichem, wozu man das Teil in der Hand halten möchte, auf Dauer ermüdend. Und dann erinnere ich mich an die Zeit, als ich die ct noch als Zeitschrift hatte (nicht als Download). Da waren Expemplare dabei mit ! 800 Seiten. Die waren deutlich schwerer :). Also von daher, man kann damit leben, aber es ist kein Sony Z4 (10“ <400g).
Und dann ist da der SD-Karten Controller. Der ist nicht wirklich langsam, aber von Zeit zu Zeit legt er echte „Denkpausen“ ein. Ich weiß nicht, wo da das Problem ist. Ist mir so bei anderen Rechnern noch nicht untergekommen.

Und was ist gut an dem Teil? Alles andere :)
Wird es heiß? Ja, wenn man es triezt schon. Also z.B. wenn ich Titan Quest spiele (weil ja jetzt unverhofft eine neue Erweiterung herauskam). Da wird es warm. Aber da habe ich es auch nicht in der Hand.
Im Akkubetrieb, wenn ich lese, gleichzeitig Spotify läuft und Firefox usw. bleibt es kalt, also kälter als handwarm.

Läuft der Lüfter? Ja, wen man es triezt (siehe oben). Und wenn Windows Updates laufen, aber ehrlich, ich kenne keinen Rechner, der da nicht pustet (sollte vielleicht als neuer Benchmark Test aufgenommen werden). Ansonsten höre ich ihn nicht, weil er entweder aus ist, oder so leise säuselt, dass er auch in einer Bibliothek nicht stören würde.

Apropos Bibliothek: Wie ist denn so die Akkulaufzeit?
Ich habe da jetzt keine „Stresstests“ gemacht, aber bei mir hält er mehr als sieben Stunden. Und da das Display (siehe unten) wirklich sehr leuchtstark und ziemlich brillant ist, kann man es problemlos auf 40% runter regeln und immer noch gut sehen (und ich bin ein alter Mann mit alten Augen). Wem das nicht reicht, der Dell PW7015M ist inzwischen zu moderaten Preisen am Markt, damit hat man dann noch mal 4 – 5 Stunden mehr.

Jetzt also zum Display. Das ist nun mein absoluter Favorit. Die von vielen beschimpfte „niedrige“ Auflösung von 1.920 x 1.280 macht für mich auf einem 12,3“ Display absoluten Sinn. Mann muss nicht auf 200% skalieren, kann sogar unter den von W10 empfohlenen 150% bleiben und sehr sehr komfortabel arbeiten. Und die in Firmen (wie der, in der ich arbeite) eingesetzten Legacy-Programme haben keine Probleme damit (bzw. die Anwender nicht mit verzerrter Darstellung).
Und dann die Helligkeit. Es ist „unerträglich“ hell. Auf 100% tun die Augen weh. Ich glaube, selbst im Schnee bei gleißendem Sonnenschein könnte man damit noch arbeiten. Und es ist dabei ziemlich knackig. Also Filme und Bilder kommen sehr angenehm. Schwarz ist schwarz und bunt ist bunt. Das weiß ist kein reinweiß. Ob man es nun als leicht grau oder leicht gelblich sieht, kann ich nicht sagen. Bei der Helligkeit ist es mir so lieber.
Es gbit (bei meinem Modell) keinerlei Wolkenbildung, Lichtflecken oder Bleeding. Ich habe zwei andere Modelle kurz sehen können, da waren die Displays ebenfalls einwandfrei.

Sound? Braucht man bei einem so kleinen Tablet Sound? Ja, ja, ja! Und kann man beim 5285 was damit anfangen? Auch ja. Okay, keine Bässe (https://www.youtube.com/watch?v=NmEoUNWQrwg – bei 1:10 kommt ein Kontrabass, der geht so ziemlich unter). Aber man kann mit Spass Filme sehen, Musik hören, spielen usw. ohne zwangsläufig externe Boxen nutzen zu müssen. Und für Videokonferenzen auch in größerer Runde reicht die Lautstärke locker.

Leistung CPU / HD: Was macht man eigentlich mit so einem Tablet. Mal ne Frage an die hier anwesenden Programmierer: Würdet ihr auf dem Teil programmieren und damit kompilieren? Nicht? Könntet ihr aber :) Also zum Programmieren ist das Display vielleicht ein bisschen klein, aber die Leistung reicht dicke. Ich lasse gerne virtuelle Maschinen laufen, z.B. gleichzeitig einen Server (SBS 2011) und einen Arbietsplatzrechner (Win7). Oder eine DMS (Open Semantic Desktop Search ). Alles kein Problem. Wenn man es übertreibt, dann lüftet er halt, aber das darf bei solchen Szenarien wohl auch sein.
Für die Alltagsanwendungen ist die Maschine eigentlich überdimensioniert. Was ich noch nicht gemacht habe (weil ich es eigentlich nie mache), ist Videos rendern. Sollte ich hier mal in Versuchung geraten, werde ich die Ergebnisse nachreichen.

Tastatur: Ich habe die Reisetastatur. Der Hub gefällt mir, auch der Druckpunkt. Zum Schreiben gut geeignet. Das Layout ist nicht mein Liebling, da mag ich die Thinkpads lieber. Aber man kann sich recht schnell daran gewöhnen, auch an die Nutzung der Fn-Taste. Ich bin ein ziemlicher Tastaturhansel und eher kein Mäuseschubser, insofern ist es mir wichtig, mit der Tastatur möglichst alles machen zu können. Das geht mit dem Keyboard, aber man muss sich damit anfreunden.

Touchpad: Ich komme gut damit klar, es macht alles, was man so davon erwartet (all die W10-Gesten usw.). Die Oberfläche ist überaus angenehm. Da ich aber halt lieber mit der Tastatur arbeite, kann ich hier vielleicht nicht alle wichtigen Details wiedergeben, weil ich sie nicht kenne.

Stylus: Ich habe keinen Dell Active Pen…. sondern einen Bamboo Ink. Der schreibt gut, Druckpunkte und alles sind da. Hier muss ich aber „zugeben“, dass der Surface Pen besser ist.

Systemstabilität: Ich mache grundsätzlich bei meinen Rechner eine Installation von Scratch, also auf frisch partitionierten Platten. Damit muss man dann halt Treiber selber einspielen. Dabei gab es überhaupt keine Überraschungen, lief alles sehr smooth. Irgendwann hing dann das Tablet plötzlich ziemlich. Das war wohl dem Updatewahn von Windows 10 geschuldet und es war nicht die Hardware, sondern nur der Explorer. Im täglichen Betrieb konnte ich keine groben Schnitzer feststellen. Oben bereits erwähnt sind die mir noch unerklärlichen Denkpausen der SD-Karte. Und der Fingerabdrucksensor bzw. der Treiber braucht wohl noch ein paar Updates. Der arbeitet grundsätzlich gut. Aber manchmal ist er nach einem Neustart oder Aufwachen aus dem Standby / Ruhezustand einfach sekundenlang nicht da. Ansonsten nichts auffälliges.

Fazit: Für den Preis jederzeit wieder. Ich hatte das Glück, es mit einem Surface 2017, einem HP 1012 G1 und einem Miix 720 vergleichen zu können. Die beiden letzten sind eher keine Konkurrenz, das Surface als großes Vorbild natürlich schon. Es hat den Vorteil, bei gleicher oder etwas besserer Leistung (7660u mit Iris 640) deutlich leichter zu sein. Dafür muss man für jede Erweiterung Microsoft-Sachen zu den entsprechenden Preisen kaufen. Das Dell läuft bei mir mit einem Netzteil von subitel (weil das gleichzeitig via USB mein Handy laden kann). Im Büro hängt es an einer Thunderbolt-Dock von HP (weil die halt eh da war). Unterwegs kommt ebenfalls ein USB-C Travel Dock von HP oder die HooToo Shuttle USB-C Dock dran. Problemlos.
Naja und dann die netten Kleinigkeiten wie LTE, Smartcard (brauche ich sehr oft), NFC usw. Da kann das Surface dann nicht ganz mithalten.